Latent Lab Collateral: AI Energy
KI nachhaltig skalieren.
Mittwoch, 21. Oktober 2026 · 17:30–20:30 Uhr · Latent Lab, Westhafentower Frankfurt, 20. Stock · anschließend offenes Networking
Kuratiert von Latent Lab FRA · Veranstalter: AI Frankfurt Rhein-Main e.V.
Frankfurt erreicht die Grenze zuerst
Die Region trägt rund ein Drittel der deutschen Rechenzentrumskapazität; bis zu 30 Prozent der städtischen Stromspitzenlast entfallen auf Rechenzentren. Für große Neuanschlüsse nennen die Netzbetreiber inzwischen die Mitte der 2030er Jahre. Was das Wachstum begrenzt, ist damit nicht die Hardware, sondern der Netzanschluss.
Diese Rechnung stellt sich überall dort, wo Rechenzentren und Stadtentwicklung dieselbe Leitung teilen – in Frankfurt nur früher und deutlicher als anderswo. Deshalb entstehen die Antworten hier zuerst, und deshalb sind sie übertragbar: Frankfurt ist der Knotenpunkt, an dem sich zeigt, was für andere Standorte noch bevorsteht.
Der Spielraum ist größer als die Debatte
Die Diskussion wird als Knappheitsdebatte geführt. Daneben steht eine zweite Größe, über die kaum gesprochen wird: was im Bestand und in der Technik bereits möglich ist, aber noch nicht angewendet wird. Die Hebel liegen auf sehr verschiedenen Ebenen – und in verschiedenen Händen:
- Kühlung. Ein erheblicher Teil des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums entfällt nicht auf die Rechenleistung, sondern darauf, sie zu kühlen. Die effizienteren Verfahren existieren. Sie stehen nur selten im Bestand.
- Abwärme. Aus Verlustenergie wird Fernwärme. Die Technik ist da; was fehlt, sind Anschlüsse, Temperaturniveaus und Verträge, die sie zulassen.
- Standort. Brownfield mit vorhandenem Netzanschluss statt Greenfield ohne Strom – mit allem, was daran hängt: Fläche, Wasser, Nachbarschaft.
- Silizium. Photonische und spezialisierte Architekturen verschieben den Verbrauch pro Berechnung, nicht nur um Prozente.
- Modelle und Software. Kleinere, auf die Aufgabe zugeschnittene Modelle senken die Last an der Quelle, bevor sie im Rechenzentrum ankommt.
- Auslastung. Das Umweltbundesamt gibt die CPU-Auslastung von Servern in der Regel mit unter 20 Prozent an. Keine gängige Kennzahl erfasst das bisher.
- Verträge und Betrieb. Ein Teil der möglichen Effizienz steckt nicht in der Technik, sondern in Laufzeiten, Verfügbarkeitszusagen und Klauseln. Und: Rechenlast kann dem Netz Flexibilität anbieten, wenn jemand sie steuert.
Für Frankfurt gibt es zu keinem dieser Punkte eine öffentliche Zahl. Wer sie erhebt, verschiebt die Frage von der Verteilung zur Gestaltung.
Deshalb dieses Lab
Effizienz ist die einzige Kapazität, die bis 2030 noch dazukommen kann – und keiner der Hebel oben trägt allein. Sie greifen ineinander: Eine Kühlungsmodernisierung hängt am Vertrag, die Abwärme am Netzanschluss, die Hardware am ersten Kunden, der sie einsetzt. Und jeder Einzelne trägt das Risiko allein, wenn er als Erster geht. Das ist kein Interessenkonflikt, sondern ein Erwartungsproblem – und genau dafür ist ein Forum der richtige Ort.
Wir bringen an einen Tisch, wer baut, wer betreibt, wer einkauft und wer anschließt – in einer Form, die über Vortrag und Panel hinausgeht: gemeinsam an konkreten Fragen arbeiten und daraus Anlässe für Vorhaben und weitere Gespräche schaffen.
Wer dabei ist
Netzbetreiber und Energieversorger · Betreiber von Rechenzentren und Kollokationsflächen und ihre Kunden aus der Konzern-IT · Kühl-, Abwärme- und Messtechnik · Projektentwicklung und Standortplanung · Hersteller energieeffizienter Hardware und Entwickler spezialisierter Modelle · Wissenschaft, Verwaltung und Stadtpolitik.
Teilnahme
Der Kreis ist klein, die Teilnahme erfolgt über persönliche Einladung. Es gilt die Chatham House Rule.